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Als Elina nun endlich in ihrer Wohnung angekommen war, überlegte sie kurz, wie sie diese eigentlich verlassen hatte. „Es muss lange her gewesen sein …“, dachte sie und warf einen Blick auf die TV-Zeitung, die auf dem Tisch lag. Sie war bereits zwei Wochen alt.

„Aber wie lange habe ich denn überhaupt geschlafen?“, wunderte sie sich jetzt nun doch.

„Und da war doch dieser kleine Vogel gewesen, der an mein Fenster geflogen war und mir die Botschaften gebracht hat … Aber war er denn überhaupt echt? Oder war alles nur ein tiefer Traum?“ Elina wusste nicht mehr, was Traum oder Realität war. Und so beschloss sie, noch einmal in der Klinik anzurufen.

„Ja, guten Tag, hier Elina Siegres, könnte ich bitte mit Frau Weis sprechen?“, fragte sie in den Hörer und wartete dann. Schließlich nahm Frau Weis den Hörer ab.

„Ja, hier Siegres, Frau Weis?“ Elina vergewisserte sich, richtig verbunden worden zu sein.

„Ich würde gerne wissen, wie lange ich eigentlich bei Ihnen war.“ Sie lauschte, was Frau Weis ihr sagte und fragte dann noch einmal ganz erstaunt, „Eine Woche bloß? Es kam mir viel länger vor … Ist normal? Hm, ok. Könnten Sie mir bitte noch einmal den genauen Unfallhergang beschreiben?“

Frau Weis beschrieb das, was in Elinas Akte stand.

„Wie bin ich denn eingeliefert worden? Hm … Mit dem Krankenwagen … Und wo ist mein Auto? Auf dem Schrottplatz … Wie, bei der Villa?“ Elina schaute nun wirklich erschrocken, denn dann war einiges von dem, das sie erlebt hatte, doch kein Traum gewesen. Und das bedeutete, dass es das bunte Haus geben musste.

Frau Weis erklärte ihr, dass sie vor der Villa gegen eine Mauer gefahren war und die Kundin von Cat den Krankenwagen gerufen hatte.

„Aber … Cat … sie hatte doch wieder angerufen. Ich war doch in der Villa und hatte der Kundin die Räume gezeigt, oder etwa nicht?“ Elina grübelte.

„Vielleicht wäre es doch besser, sie kommen noch einmal in die Klinik, Frau Siegres“, sagte Frau Weis da und Elina nickte nachdenklich.

„Ja, vielleicht …“, erwiderte sie dann und legte den Hörer auf.

Ratlos ließ sie sich auf einen Sessel fallen und begann nachzudenken. Da fiel ihr Blick wieder auf die Kündigung, die auf dem Tisch neben ihr lag. Sie schaute noch einmal auf das Datum … Aber es war seltsam, denn das Datum war genau das Datum, an welchem sie das erste Mal Elina, also Frau Lenoire, begegnet war. Und da fiel ihr auch auf, dass ihre Assistentin ja bereits perfekt eingearbeitet gewesen war, und diese hatte ja sozusagen ihren Platz bereits übernommen, als Elina damals nach ihrer längeren Krankheit wieder ins Büro gekommen war. Sie hatte sich ja über deren Fleiß und Einsatz gefreut, aber nun merkte sie, was Sache gewesen war. „Aber … wer ist denn dann Elina gewesen? Gibt es das bunte Haus denn wirklich?“ Elina überlegte krampfhaft, um die verschiedenen Gedankenpuzzleteile wieder zusammenzukriegen, aber es fiel ihr sichtlich schwer.

„Natürlich muss es das bunte Haus gegeben haben und immer noch geben. Ich war ja selbst dort… Aber was, wenn ich mir das nur eingebildet habe?“

„Ich muss zum bunten Haus fahren!“, kam es ihr da in den Sinn. Aber da fiel ihr ein, dass sie ja gar kein Auto mehr hatte.

Elina stand auf und rief sich kurz entschlossen ein Taxi. Sie musste unbedingt sofort herausfinden, ob es das bunte Haus gab oder nicht.

Das Taxi fuhr bereits zehn Minuten später vor und Elina stieg ein. „Zum Stadtausgang in Richtung Süden und dann zeige ich Ihnen den Weg“, sagte Elina dem Taxifahrer. Dieser nickte und fuhr los.

Sie fuhren den Weg, den Elina sonst zum bunten Haus gefahren war und bald kamen sie an die Stelle, die aus der Stadt herausführte. Es war genau der Weg, den sie damals immer gefahren war. Sie erkannte die Landschaft und die Strecke genau. Und da kamen sie auch schon an dem Parkplatz vorbei, an welchem sie zur Wiese mit den Blumen des Mitgefühls gelaufen war.

Der Taxifahrer vergewisserte sich, ob sie noch auf dem richtigen Weg waren und Elina nickte. Sie meinte, es ginge noch eine Weile weiter, bis sie zu einem größeren Haus kämen, welches recht nah an der Straße stehen würde.

Plötzlich runzelte sie die Stirn und bedeutete dem Taxifahrer in eine kleine Einbuchtung am Wegesrand zu fahren und anzuhalten. Der Taxifahrer hielt.

„Warten Sie einen Moment!“, bat Elina und stieg aus. Sie lief einige Meter auf die Wiese. Jedoch war weit und breit kein Haus zu sehen. Dennoch war sie sich absolut sicher, dass genau hier das bunte Haus gestanden hatte.

Sie schaute sich noch einmal genauer um und lief dann an die Stelle, an die sie sich erinnerte, durch die Tür des Hauses getreten zu sein. Dort hatte damals Elina Lenoire gestanden und sie begrüßt! Sie erinnerte sich, als ob es gestern gewesen wäre. Jedoch gab es noch nicht einmal Anzeichen dafür, dass hier jemals ein Haus gestanden hatte.

„Das kann einfach nicht sein“, sagte Elina zu sich selbst. „Natürlich kann es sein, dass ich geträumt habe, als ich im Krankenhaus lag. Jedoch war ich ganz bestimmt im bunten Haus, bevor ich zur Villa von Cats Kundin gefahren bin.“ Sie schüttelte den Kopf, aber verstehen konnte sie es nicht.

Enttäuscht drehte sich Elina um und sagte leise zum Taxifahrer, „Bitte fahren Sie mich zurück.“

Gedanken über Gedanken gingen ihr durch den Kopf. „Das kann alles einfach nicht wahr sein! Ich war hier. Ich weiß es.“

Als sie an dem Parkplatz zur Blumenwiese vorbeikamen, rief Elina dem Taxifahrer zu: „Bitte halten sie, ich möchte noch einmal geschwind nach etwas schauen.“ Sie stieg aus und schaute nach der Blumenwiese, die ja direkt neben dem Parkplatz liegen musste. Jedoch war keine solche Wiese zu sehen.

„Vielleicht ist die Wiese ja doch eine halbe Stunde entfernt?“, dachte Elina. „Vielleicht kann man ja dorthin fahren?“

Es waren keine Verbotsschilder angebracht und als sie den Taxifahrer darum bat, willigte er ein und sie fuhren den Waldweg hinein, den Elina beim ersten Mal gelaufen war.

Bald kamen sie tatsächlich an die Stelle der Wiese. Und tatsächlich, dort standen mehrere Blumengrüppchen aus blauen Blumen. Sie waren wahllos auf der Wiese verteilt.

„Halten Sie an!“, rief Elina aufgeregt, „Ich bin gleich wieder da!“

Der Taxifahrer schüttelte verständnislos den Kopf, hielt jedoch an und wartete.

Elina rannte zu einer der Blumengruppen und schaute in die Blütenkelche der Blumen. Ja, und diese Blumen sahen genauso aus, wie sie sie in Erinnerung hatte. Jedoch war kein Lichtstaub weit und breit zu sehen. „Immerhin sehen die Blumen aber genauso aus, wie in meiner Erinnerung“, dachte sie erleichtert.

Schließlich fuhren sie zurück und als Elina ausgestiegen war und langsam zur Haustür lief, bemerkte sie, wie ihr eine Person entgegenkam, die ihr irgendwie bekannt vorkam.

Aber als sie genau hinschaute, war sie sich sicher, dass sie diese Frau noch nie gesehen hatte. Ein seltsames Gefühl blieb jedoch und Elina drehte sich noch einmal um, um diese Frau noch einmal genau zu begutachten. Irgendetwas an dieser Frau war besonders. Und da entdeckte sie im Haar der Frau eine rote Vogelfeder.

„Eine rote Feder!“, dachte Elina aufgeregt. „Ob das etwas zu bedeuten hat? Ach, es ist sicherlich Zufall. Es ist bestimmt nur ein Haarschmuck. Es ist ja nichts Besonderes …“

Elina ging nach oben, doch sie war verwirrt.

Das Seltsamste war, dass das bunte Haus nicht mehr da war. Das konnte sie sich einfach nicht erklären. Aber dann fiel ihr ein, dass sie sich an ihre Firma wenden und mit Herrn Leonhardt sprechen könnte. Er hatte ja die Verträge mit Frau Lenoire gemacht.

Sofort wählte sie die Nummer von Herrn Leonhardt und erreichte ihn sogar.

„Oh, Frau Siegres, schön, dass Sie anrufen, wie geht es Ihnen denn?“, ertönte Herrn Leonhardts Stimme am anderen Ende der Leitung.

„Gut, danke. Ich habe heute Ihre Kündigung erhalten“, erwiderte Elina.

„Heute erst? Ich wollte ja mit Ihnen sprechen, aber Sie waren ja nicht mehr ansprechbar. Es tut mir alles sehr leid“, sagte Herr Leonhardt.

„Was tut Ihnen denn Leid?“, fragte Elina verwirrt.

„Na, das mit Frau Lehnert. Wir brauchten einfach eine Mitarbeiterin, die auch da ist und die Arbeit macht und Sie waren ja nicht mehr da. Als wir dann Mitarbeiter entlassen mussten, fiel die Wahl leider auf Sie. Obwohl Sie immer eine meiner besten Mitarbeiterinnen waren“, bestätigte Herr Leonhardt.

„Ach, vielleicht ist es sogar besser so“, warf Elina ein. „Ich wollte Sie eigentlich wegen etwas ganz anderem sprechen, Herr Leonhardt.“

„Ach, und das wäre?“ Herr Leonhardt klang sichtlich überrascht.

„Sie erinnern sich doch sicherlich an Frau Lenoire, und da …“ begann Elina.

Herr Leonhardt unterbrach Elina, „Frau Lenoire? Nie gehört … Wer soll das sein?“ Herr Leonhardt wirkte erstaunt.

„Ja, Frau Lenoire, für deren Firma Sie mich vor meinem Unfall eingesetzt hatten …“, bekräftigte Elina noch einmal.

„Frau Siegres, ich weiß weder etwas von einer Frau Lenoire noch von einem Auftrag, für welchen ich Sie eingesetzt haben soll. Sie waren ja seit vier Wochen nicht mehr in der Firma!“, erwiderte Herr Leonhardt verwundert.

Elina fiel völlig fassungslos auf ihren Sessel zurück. „Gut, danke, Herr Leonhardt. Auf Wiederhören…“

Sie legte den Hörer auf.

Nun begann sie vollständig an sich zu zweifeln.

„Was soll ich denn jetzt tun? Ich kann ja Traum nicht mehr von Realität unterscheiden!“, dachte sie.

Elina nahm ihre ganze Kraft zusammen und versuchte ein weiteres Mal die Teile zusammenzufügen.

„Fest steht, dass ich seit vier Wochen nicht mehr in der Firma war, dass ich vor einer Woche einen Unfall hatte und in meinem Traum eine Menge über die Vogelfrauen und meine eigene Bestimmung gelernt habe.“ Sie seufzte und sagte, „Was mache ich denn jetzt damit?“

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Herzlichst, Anna Breitenöder
Expertin für einzigartige Businessentfaltung & Brand Alchemistin

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