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„Lena, wieso hast du ein Leben gewählt, dass du doch gar nicht so richtig wolltest?“, fragte Idis da plötzlich.

Lena schaute Idis direkt in die Augen, als sie antwortete. „Ich konnte es nicht besser. Ich habe mein Bestes gegeben. Schade, dass ich erst jetzt verstanden habe, dass es auch andere Möglichkeiten für mich gibt. Es ist alles heiße Luft.“ Sie lachte. „Ich kann ja wählen, was ich will.“

„Was möchtest du denn?“, bohrte Idis weiter.

Lena schaute überrascht. „Na, hm, ich möchte … wie du sein!“ Dann schaute sie zweifelnd und meinte, „Nein, oder hm, ich möchte wie Zara sein, oder Amrei, oder Carmine, oder Maya. Ich möchte wie ihr alle sein!“

Idis lachte. „Damit wirst du doch auch nicht glücklich!“

„Na dann, ich weiß nicht, wie ich sein möchte, aber eben wie eine Mischung aus euch allen“, erklärte Lena dann.

Da fiel ihr die Begegnung mit ihrem jungen Spiegelbild wieder ein. Gerade vor einigen Minuten hatte sie im Keller gerufen: „Ich bin frei!“

„Ja“, sagte Lena gedankenverloren, „Ich will frei sein. Und selbst wenn ich es gespürt habe, im Keller, weiß ich gar nicht, ob ich es wirklich schon bin.“

„Du möchtest frei davon sein, so sein zu müssen, wie andere, oder?“, fragte Idis und Lena schaute diese mit großen Augen an. „Ja! Genau! Das ist es! Ich möchte ich sein, aber ich weiß gar nicht wer ich bin!“

„Aber – du hast bereits viele Hinweise dazu bekommen“, warf Idis ein. „Und nun darfst du dir erlauben, noch mehr davon zu sein. All das, wovon du glaubst, dass es nicht gut, nicht besonders sei, und vielleicht verwerflich, unangepasst, langweilig und so weiter.“

Lena schaute Idis skeptisch an und meinte dann, „Aber, ja, das kenne ich. Ich versuche ja, gerade das NICHT zu sein.“

„Lena“, sagte Idis und stand auf, um sich eine Tasse Tee zu holen. „Gerade das sollst du ja sein! Alles, was du wahrnimmst, bist du. Und alles, was dir normal oder langweilig, oder verwerflich vorkommt, ist das, was du AUCH bist. Bedenke aber: Genau das, was du als normal und langweilig wahrnimmst, bist doch nur du und alle anderen kennen es noch gar nicht! Es kommt dir einfach nur deshalb langweilig vor, weil du es jeden Tag um dich hast!“

Lenas Augen blitzten auf. „Ja, da hast du recht.“

„Lena, wenn du das, was du bist, immer versteckst, dann sieht es doch niemand. Aber…“ Idis Stimme wurde traurig, „Leider tun das die meisten Menschen. Sie verstecken das, was sie wirklich sind, weil sie denken, sie seien entweder zu langweilig, zu verwerflich oder zu unnormal. Und dann entsteht ein grauer Einheitsbrei und alle wollen so sein, wie dieser graue Einheitsbrei.“

Lena wurde plötzlich ganz wach. „Idis, das stimmt. Das leuchtet mir vollkommen ein. Und genau das habe ich immer gemacht. Kaum hatte ich eine Idee, einen Einfall, hörte ich eine Stimme in mir, die sagte, ‘Hach, Lena, lass das, das passt nicht dazu, das ist viel zu kompliziert, das versteht doch niemand, das ist zu kreativ, das ist zu besonders.’ Und dann nahm ich mich zurück. Ich kann mich sogar noch genau daran erinnern, wie oft es passierte, aber ich habe immer nur die Ideen mitgeteilt, die ich tausend Mal überprüft hatte, ob sie auch zu diesem Einheitsbrei, wie du ihn nennst, passen würden.“ Lenas Augen wurden nun ganz traurig. „So viele ungelebte Ideen!“, sagte sie in einem sehr traurigen Ton.

„Lena. Du bist jetzt eine Vogelfrau und deine Seele trägt ein buntes Gefieder. Du hast die Pflicht, all deine Ideen und alles, was du bisher zurückgehalten hast, in die Welt zu geben. Denn wenn wir Vogelfrauen es nicht tun, wird der Einheitsbrei immer grauer und trüber. Und bald gibt es nichts Buntes mehr auf der Welt! Du hast die Gabe, den Menschen zu zeigen, dass es viel Buntes auf der Welt gibt, damit der graue Einheitsbrei ein paar Farbkleckse abbekommt!“, erklärte ihr Idis mit sehr eindringlicher Stimme.

Lenas Augen leuchteten auf und sie klatschte in die Hände. „Ja. Das will ich. Aber ich will doch auch noch so vieles mehr …!“

„Was denn alles?“, fragte Idis gespannt.

„Na, ich will tanzen und singen und Lichtstaub aussenden …“

„Ja, ich weiß. Aber was liegt dir besonders nah am Herzen?“, fragte Idis noch einmal genauer nach.

Da schoss es aus Lena heraus. „Ich will den Menschen bei ihren Veränderungen helfen!“

„Und wie möchtest du das tun?“, fragte Idis weiter.

Lena schaute sie an, als ob sie gerade das Rätsel des Universums gelöst hatte und sie antwortete: „Na, mit all diesen Dingen. Mit all den vielen Dingen, die ich so mag, wie das Tanzen und das Geschichtenerzählen und das Wandeln … Ja! Genauso.“

Aber dann fiel Lena wieder in sich zusammen und sackte auf ihren Stuhl zurück. „Ich habe das ja aber alles nicht gelernt. Ich kann ja gar nichts in der wirklichen Welt.“

Idis schaute so, als ob sie auf diese Aussage nur gewartet hatte. „Na, zum Glück gibt es den Turm der Veränderung! Du kannst alles verändern und dann wirst du all das, was du brauchst, können, und für das, was dir am Herzen liegt, anwenden können.“

„Wirklich?“ Lena schöpfte erneut Hoffnung. Und Idis schlug vor, „Ja, komm, wir gehen hin!“

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