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„Komischer Traum“, dachte Lena, „So real! Als ob ich alles tatsächlich erlebt hätte!“ Verschlafen drehte sie sich zum Fenster. Durch die weichen, weißen Vorhänge fiel etwas Sonnenlicht und ließ die Staubteilchen in der Luft tanzen. Das Fenster war, wie eigentlich immer, einen spaltweit geöffnet und ein leichter Wind wehte herein. Ihr Blick wanderte schließlich zur Fensterbank und da fiel ihr auf, dass da ein kleiner Vogel außen auf dem Fenstersims saß und sie keck und frech anschaute, fast als hätte er sie schon länger beobachtet …

„Das kann alles nicht wahr sein … Es war doch einfach nur ein Traum!“, stellte Lena fest, als sie aufstand und in das Badezimmer humpelte. Ihre Beine schmerzten wieder so sehr und schon war da wieder dieses sehnsuchtsvolle Gefühl.

„Ich brauche Mousse au Chocolat! Und dann telefonieren … Ich könnte mir auch ein paar spannende Filme herunterladen …“, schwirrten ihre Gedanken durch den Kopf,  als sie aus dem Badezimmer kam. Ohne wieder an den Vogel auf der Fensterbank zu denken, bog sie in Richtung Küche ab und öffnete den Kühlschrank. „Leider gibt es keine Mousse mehr, aber da waren ja noch die Schokokekse, die Cat neulich mitgebracht hatte …“ Als sie die Packung öffnete, bemerkte sie wieder einen kleinen Vogel, der nun auf dem Sims des Küchenfensters saß und sie anstarrte, als wollte er ihr sagen: „Was machst du denn da, Lena? Sehnsucht herunterschlucken? Die Lösung dafür findest du doch nicht in den Keksen! Merkst du das denn nicht?“

Dann flog der Vogel weg und Lena ging ans Fenster, um ihn mit ihrem Blick zu verfolgen. Er setzte sich ein paar Meter weiter auf einen Zweig der großen Blautanne, die vor dem Haus stand, und zwinkerte Lena zu. Sie legte verwirrt die Packung Kekse beiseite und ging zurück in ihr Schlafzimmer.

Plötzlich klingelte das Telefon. Lena nahm den Hörer ab.

„Cat?“, sagte sie, denn sie hatte die Nummer auf ihrem Display gesehen.

„Hi …“, krähte Cat durch die Leitung, „du, ich kam gerade nach Hause. Ich habe mir ein super schickes Kleid gekauft und muss es dir unbedingt zeigen!“

„Ja, wenn du willst, kannst du später vorbei kommen. Es ist ja Wochenende … Und, Cat, ich muss dir unbedingt etwas erzählen“, sagte Lena ziemlich aufgeregt.

„Gut, ich komme später vorbei und du erzählst mir alles“, stimmte Cat zu.

„Cat“, dachte Lena, als sie aufgelegt hatte, „Wieso bin ich eigentlich mir ihr befreundet …?“ Aber dann schob sie den Gedanken lieber beiseite.

Cat arbeitete als Immobilienmaklerin. Kennengelernt hatten sich die beiden auf einer Party, als Cat Lena beim Öffnen einer Sektflasche den Korken fast ins Auge geknallt hätte. Trotzdem ergab sich eine Freundschaft zwischen den beiden und sie unternahmen seither oft etwas miteinander. Die Hauptgesprächsthemen waren Shopping, Mode, die “unbelehrbaren” Männer und tolle Partys, auf denen man unbedingt gewesen sein musste. „Vor allem Cat“, dachte Lena und runzelte die Stirn. Allerdings bestimmte grundsätzlich Cat, auf welche Partys sie gingen, schleppte die Männer ab, von denen Lena erwähnt hatte, dass sie sie toll fände und kaufte heimlich die Kleider, von welchen Lena zuvor bei Cat ausgiebig geschwärmt hatte. Jedoch schaffte Cat es immer, Lena davon zu überzeugen, dass sie im Recht war. Sie konnte einfach gut argumentieren. Und letzen Endes war Lena auch froh, wenigstens eine Freundin zu haben.

 

Als die beiden später auf dem Sofa saßen, erzählte Lena Cat die ganze Geschichte.

„Glaubst du, dass es wahr ist? Es war ein Traum, aber ich habe das Gefühl, dass ich wirklich dort gewesen bin“, sagte Lena halb zweifelnd, halb hoffend.

„Naja“, meinte Cat, „es gibt ja solche Zeitreisedinger … da habe ich schon einmal davon gehört, wo Menschen tatsächlich in eine andere Welt gelangen und hinterher denken, sie hätten geträumt.“

Cat schaute nachdenklich und fragte dann unverhofft, „Vielleicht kann ich ja mal mit? So ein Potenzial wollte ich auch schon lange mal haben und vielleicht habe ich ja auch so einen Zaubervogel dort. Könntest du nicht herausfinden, wie wir da zusammen hingehen könnten?“, schlug Cat vor und schaute Lena fragend an. „Frag doch mal diese Isis, oder wie die Frau hieß …“

Lena bekam ein zwickendes Gefühl in der Magengegend, trotzdem antwortete sie, „Ja, wenn du meinst … ich werde sie fragen, sollte ich das nächste Mal dort sein. Wenn es überhaupt ein nächstes Mal gibt …“

Und dann lenkte Cat das Thema auf sich, ihre Kleider und ihren letzten One-Night-Stand. Übrigens wechselte Cat öfter einfach so das Thema, ohne darauf zu achten, ob Lena noch etwas zu sagen hätte. Und Lena nahm dies auch immer hin. Nur heute störte es sie irgendwie. Sie spürte einen leichten Zug in ihrer Herzgegend.

Als Cat gegangen war, war da wieder der Vogel auf dem Fenstersims. Er schaute sie aufmerksam an, blieb aber bewegungslos sitzen. Lena sank zurück auf ihren Stuhl und überlegte, was sie jetzt tun sollte. Ganz automatisch schaltete sie ihren Computer an und begann zu recherchieren.

„Vogelküken Papili“, tippte sie in die Suchmaschine ein. „Nein, da gibt es nichts“, stellte sie fest und suchte dann nach „Idis“, aber auch da gab es nichts Brauchbares… „Was habe ich da nur erlebt? War es tatsächlich bloß ein Traum gewesen?“, dachte sie. Vor allem irritierte sie der kleine Vogel am Fenstersims. „Hach, ich sollte das lassen, einem Traum nachzurecherchieren, wer macht denn schon sowas?“, dachte sie schließlich und schaltete ihren Computer aus.

Da klingelte schon wieder das Telefon. Es war ihr Vater. „Lena, wie geht es dir? Wann arbeitest du wieder?“, fragte er direkt zur Begrüßung.

„Na super, etwas anderes interessiert dich ja nicht“, dachte Lena mürrisch, sagte aber stattdessen: „Ich bin noch vier Wochen krankgeschrieben“, was ihrem Vater jedoch gar nicht zu gefallen schien. „Lena, pass nur auf, dass sich da niemand deinen Job unter den Nagel reißt. Du hast viel dafür gearbeitet, um diese Position zu bekommen, sieh zu, dass du bald wieder gesund wirst. Wir drücken dich …! Tschüüß!“ Und er legte den Hörer auf, bevor Lena richtig zu Wort kam und etwas zu ihrer Situation sagen konnte. Letztendlich wollte sie das auch gar nicht mehr. Nur, jetzt fühlte sie sich wieder schuldig.

„Ja“, dachte sie, „ich habe mir das alles hart erarbeitet.“ Voller Unbehagen erinnerte sie sich an die sehr männerdominierte Unternehmenswelt, in welcher sie in den letzten Jahren eine doch recht steile Karriere hingelegt hatte. Die Soleus AG hatte sie direkt von ihrem Studienplatz an einer angesehenen Business School weggeholt und mittlerweile war sie Leiterin der Finanzabteilung und führte dort 134 Mitarbeiter. Seit elf Jahren war sie nun schon bei dieser Firma. Sie war stolz auf ihren Job, weil er ihr Ansehen und eine gute Stellung in der Gesellschaft beschert hatte. Und vor allem Ansehen in ihrer Familie, was ihr sehr wichtig war. Nur eigentlich hatte ihr der Job nie wirklich Spaß gemacht. Lediglich die permanenten Positionswechsel innerhalb des Konzerns ließen sie darüber hinwegsehen. Das Aufsteigen zu höheren Positionen hatte sie sich mittlerweile zum Sport gemacht. „Jedoch“, dachte sie schon seit einiger Zeit immer resignierter, „mein Job besteht hauptsächlich aus langweiligen Telefonaten, langwierigen Strategiesitzungen und hach, diese ständigen Geschäftsreisen! Manchmal kann ich einfach nicht mehr.“

Aber aufgeben würde sie niemals, schwor sie sich. Seit ihrem Studium hatte sie mühevoll auf diese Position hingearbeitet. „Und ich habe es Matthes gezeigt!“, dachte sie voller Ehrgeiz und Stolz. Matthes war ihr fünf Jahre älterer Bruder und ein sehr erfolgreicher Investmentbanker, der vor allem von ihrem Vater sehr geschätzt und gelobt wurde. Und so drückte sie immer wieder ihre sehnsüchtigen Gedanken an ein anderes Leben schnell beiseite.

 

Plötzlich hatte sie das brennende Bedürfnis, verschiedene Körperübungen zu machen um zu sehen, ob sie wenigstens etwas fitter geworden war. Jedoch, bereits als sie aufgestanden war, schmerzten ihre Beine so stark, dass sie geradewegs wieder auf ihren Stuhl zurücksank. Da entrannen ihr ein paar verzweifelte Schluchzer und gewohnheitsmäßig unterdrückte sie diese. „Du musst dich jetzt zusammenreißen, Lena!“, befahl sie sich selbst. „So geht das doch nicht weiter.“

Sie raffte sich auf und rief noch einmal Cat an …

„Cat, hier ist nochmal Lena. Du hast doch eine Freundin, die im Stadtkrankenhaus arbeitet. Sag mal, kommt die nicht an Morphin ran, rezeptfrei, das hattest du doch einmal erwähnt …“, fragte Lena und sie dachte, „Was ich hier mache, ist verrückt, das macht es doch alles nur noch schlimmer“, aber wie gewohnt schob sie auch diese Gedanken sofort weg.

„Klar, das ist Susann, sie schuldet mir eh noch was, also werde ich sie gleich einmal anrufen. Ich lasse es per Express zu dir liefern“, versicherte ihr Cat freundschaftlich und zwei Stunden später nahm Lena mehrere Packungen Morphin in Empfang.

„Da musste Susann Cat ja einiges geschuldet haben“, dachte sie und ihr ziehendes Gefühl in der Magengegend wurde nicht besser.

Dennoch rief Lena bei ihrem Arzt an und lies sich offiziell gesundschreiben, den Wisch würde sie morgen abholen. Gleich darauf meldete sie sich in ihrer Firma gesund. „Mit Morphin werde ich wieder arbeiten können. Keiner merkt etwas, ich werde wieder normal laufen können und mein Vater macht keinen Stress mehr“, schwirrte es Lena durch den Kopf. Das Risiko, ihren Job zu verlieren wog um vieles schwerer, als die paar Nebenwirkungen, von welchen sie einmal gehört hatte. Die Packungsbeilage warf sie sofort weg, nachdem sie die Tabletten empfangen hatte, um nicht in Versuchung zu kommen, sich doch näher mit diesen Nebenwirkungen zu beschäftigen.

 

Am Abend vor ihrem ersten Arbeitstag nahm sie eine Tablette. Und dabei fiel ihr etwas Seltsames auf. Das Logo der Pharmafirma war ein kleiner schwarzer Vogel. Aus seinem Herzen trat ein großer roter Tropfen hervor. Und quer über dem Vogel gab es einen Schriftzug, welcher „Goodpharma“ lautete. „Komisches Logo“, dachte sie und bekam ein ungutes Gefühl. „Ein Vogel mit einem roten Tropfen – fast als rinne Blut aus seinem Herzen … Was soll denn das? Welche Firma setzt denn ein solches Logo auf ihre Packung?“ Aber dann schob sie auch diesen Gedanken beiseite, nahm die Tablette und wartete auf die Wirkung.

Sie ging ins Wohnzimmer und setzte sich auf das Sofa. Wieder war da der kleine Vogel vor dem Fenster, aber kaum hatte sie sich gesetzt, flog er fort. Dann fiel Lena ihr Traum wieder ein und sie begann, darüber nachzudenken. „Ich denke einfach zu viel“, sagte sie zu sich selbst. „Und das hat jetzt ein Ende!“ Sie lud sich einen Film herunter und begann der Handlung zu folgen. Aber als der Film zu Ende war, hatte sie die Handlung schon wieder vergessen. Sie spürte eine große Leere in ihrem Kopf und ihrem ganzen Körper.

„Vielleicht sollte ich mir jetzt einen Tee machen“, dachte sie und tat dies. Etwas später fiel sie wieder völlig erschöpft ins Bett. Und nachdem sie eingeschlafen war, begann sie wieder zu träumen …

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Anna Breitenöder  I  Mentorin für Magische Entfaltung im Business

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