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Lena war mittlerweile aufgestanden und hatte vorsichtshalber einmal das Fenster geöffnet. Der kleine Vogel aber flog wieder weg. Doch gerade, als sie das Fenster schließen wollte, fiel ihr Blick auf ein kleines Zettelchen auf dem Fenstersims, welches er scheinbar hinterlassen hatte. Lena nahm es hoch.

„Heute um 17 Uhr auf der Lichtstaubwiese“, stand dort. Und unterschrieben war es mit „Elina“.

„Gut“, sagte Lena verwundert, „Dann werde ich mich heute mit Elina auf der Lichtstaubwiese treffen. Um 17 Uhr.“

Der Gedanke Elina wiederzutreffen, freute sie. Zuerst aber würde sie zur Arbeit gehen.

Nach ihren GWoft- und Sitzübungen fuhr sie los. Es war eine ganze Weile her, seitdem sie in der Firma gewesen war.

Als sie ins Büro kam, begegnete sie gleich als Erstes Herrn Leonhardt, ihrem Chef. „Hallo Frau Siegres, schön, dass Sie wieder da sind! Sie haben eine wundervolle Assistentin, sie hat volle Arbeit geleistet.“ Lena spürte ein seltsames Gefühl in ihrer Magengegend und hielt kurz inne. Doch dann grüßte sie zurück und ging in ihr Büro.

Frau Lehnert, ihre Assistentin saß bereits an ihrem Schreibtisch und tippte eifrig in die Tasten.

„Guten Morgen, Frau Lehnert! Danke, dass sie hier die Stellung gehalten haben! Was gibt es denn Neues? Wir sollten am besten gleich alles besprechen. Ich habe sogar ein paar Ideen, wie wir einiges verändern könnten!“

Frau Lehnert und Lena setzten sich zusammen und so verging der Tag. Als Lena auf die Uhr schaute, war es bereits kurz vor 17 Uhr.

„Frau Lehnert, ich habe gleich einen wichtigen Termin, würden Sie bitte noch diese Punkte zusammenfassen?“, bat Lena und dachte, „Eigentlich hätte ich diese Aufgaben übernehmen müssen, aber Frau Lehnert scheint ja sehr eingearbeitet zu sein und alles wunderbar zu managen, also dürfte es kein Problem sein.“

„Kein Problem, Frau Siegres, mache ich gerne“, erwiderte ihre Assistentin und lächelte zufrieden.

Wieder verspürte Lena dieses komische Gefühl in ihrer Magengegend, aber machte sich dann auf zur Lichtstaubwiese. Jedoch hatte sie ganz vergessen, dass sie ja nicht direkt an der Blumenwiese parken konnte, sondern noch eine halbe Stunde würde laufen müssen. „Oh nein, dann werde ich jetzt ja viel zu spät kommen!“, dachte sie gehetzt.

Doch als sie am Parkplatz ankam, sah sie, dass die Blumenwiese direkt neben dem Parkplatz lag.

„Aber wie kann denn das sein?“ wunderte sie sich. „Letztes Mal lag sie doch eine halbe Stunde vom Parkplatz entfernt. Vielleicht bin ich ja im Kreis gelaufen? Es musste so sein, denn das hier, ist eindeutig die Lichtstaubwiese. Ich erinnere mich genau!“

Und dann entdeckte sie Elina, die bereits am Rande der Wiese gleich neben dem Parkplatz auf sie wartete.

„Hallo Lena! Ich hatte nicht erwartet, dich so schnell wieder zu sehen, aber ich freue mich sehr! Du warst im Palast der Vergangenheit, wie ich gehört habe!“

„Ja. Das ist wahr“, erwiderte Lena. „und dann kam plötzlich Cylia und wollte mich als ihre Schülerin übernehmen. Es war seltsam, denn Idis und Cylia schienen sich nicht sehr gut zu verstehen!“

„Cylia gehört als Ehrenmitglied zum Hohen Rat. Sie hat eine zweifelhafte Methode zur Befreiung von Vogelküken entwickelt, die ‚Schnelle Methode‘. Aber der Hohe Rat hat sie bisher nicht als vollwertiges Mitglied in seinen Kreis aufgenommen. Idis war zwar Mitglied des Hohen Rates, hat sich aber später dagegen entschieden, weil sie ihren eigenen Kopf hat. Nun, du musst wissen, den hatte sie schon immer.“ Elina schaute etwas belustigt.

„Und wieso möchte Cylia unbedingt in diesen Hohen Rat aufgenommen werden?“ fragte Lena.

„Der hohe Rat, musst du wissen, hat nicht so viel mit uns Vogelfrauen zu tun. Wir sind ihm zwar unterstellt, machen aber das, was wir für richtig halten. Dann gibt es solche Wesen wie Cylia, die auch gern eine Vogelfrau geworden wären, aber nie ein eigenes Vogelküken hatten. Sie ist eifersüchtig, weil sie sieht, welches Potenzial wir leben. Hast du gesehen, wie Cylia gekleidet war? Ihr Seelenkleid kann keine helle Farbe annehmen, da ihre Seele zu undurchlässig ist. Was sie möchte, ist Macht und Ansehen. Aber sie ist nicht gefährlich, dazu ist sie zu sehr abgelenkt durch Dinge wie Äußerlichkeiten, Status und Besitz“, erklärte Elina und fügte hinzu, „Idis weiß das und möchte einfach nur keinen Streit entfachen. Es wäre unnötig, und da Idis dein Potenzial und deine Gaben kennt, war es für sie kein größeres Risiko, dich mit Cylia im Palast zu lassen.“

Lena verstand und nickte. „Ich verstehe langsam. Es gibt also Menschen mit Küken und welche ohne?“

„Genau richtig, so ist es“, stimmte Elina zu. „Du musst aber wissen, dass es nicht bedeutet, dass die einen gut und die anderen schlechter wären, es ist einfach nur so. Nur gibt es Menschen, die einfach immer alles haben wollen, und so wollen Menschen wie Cylia das Potenzial der Küken, weil sie bereits einmal davon gehört haben und denken, sie könnten sich alles kaufen. Dem ist jedoch nicht so.“

Spontan musste Lena an Cat denken. Es kam ihr bekannt vor und sie hatte das Gefühl, dass Cat auch kein Küken hatte.

„Elina, hat denn Cat ein Küken?“

„Nein, ich meine nicht. Aber bei manchen Menschen ist es nicht ganz klar, denn sie haben ihr Herz so sehr verschlossen, dass kein Piepen mehr durchdringen kann und Idis beherbergt ja auch nicht die Küken aller Menschen. Bei Idis ist es jedenfalls nicht, soviel weiß ich“, antwortete Elina.

„Wieso haben wir uns eigentlich hier getroffen?“, fragte Lena plötzlich.

„Ach ja, richtig, ich soll dir ja etwas zeigen!“ Elina lachte. „Als du gestern Nacht im Palast der Vergangenheit warst, hattest du dich doch nicht besonders wohl gefühlt, nachdem du bei deiner Familie warst, richtig?“

Lena nickte zustimmend und senkte traurig den Blick. „Ja, irgendwie kamen so viele Erinnerungen hoch, die ich gar nicht haben wollte. Einerseits war es ja gut, was meine Familie so alles gesagt hatte, aber dann fielen mir so viele Dinge ein, die in meiner Erinnerung gar nicht gut gewesen waren. Wenn mir so etwas früher passiert ist, habe ich mich einfach auf etwas anderes konzentriert. Jedoch – gestern Nacht funktionierte es einfach nicht. Und nicht einmal die Klabuwees wollten mir zuhören!“

„Ich weiß“, sagte Elina sanft, „Das kann schon mal vorkommen. Und ich möchte dir deshalb noch eine andere Möglichkeit zeigen, wie du die Klabuwees wieder dazu bringen kannst, dir zuzuhören.“

„Gut, wenn du wirklich meinst, denn ich fühle mich immer noch sehr verwirrt, ärgerlich und traurig. Und ich dachte doch tatsächlich, ich würde mich ab jetzt immer gut fühlen!“

„Hast du denn wieder Schmerzen?“, fragte Elina.

„Nein, die habe ich schon lange nicht mehr gehabt“, gab Lena zu.

„Na siehst du, dann ist ja schon viel gewonnen“, meinte Elina zuversichtlich. „Hier auf der Wiese gibt es ja viel Lichtstaub und bei den Blumen besonders viel, wie du weißt. Lass uns jetzt einmal dorthin gehen, dann zeige ich dir etwas.“ Die beiden marschierten zu den blaugoldenen Blumen, die in Gruppen beisammenstanden.

Dort, wo eine besonders große Gruppe stand, und daher dort auch besonders viel kraftvoller Lichtstaub war, ließen sie sich nieder.

„Jetzt sage mir, wie fühlst du dich gerade?“, fragte Elina.

Lena lächelte überrascht. „Schon viel, viel besser. Es ist, als ob ich nie ärgerlich und traurig gewesen wäre!“

„Ja, genau, so ist das hier im Lichtstaubfeld. Diese Blumen nennen wir auch die ‚Blumen des Mitgefühls‘, denn sie bilden den Lichtstaub des Mitgefühls über und um sich herum. Wenn du in ihrer Nähe bist, fühlst du nur Leichtigkeit, Freude und Klarheit. Du wunderst dich, wieso du keine unangenehmen Gefühle hast, aber so ist das einfach bei diesen Blumen!“ Elina lachte erleichtert und fuhr fort, „Nun beobachte dieses Gefühl ganz genau, Lena. Und schicke nun allen Menschen, die unangenehme Erinnerungen in dir hervorgerufen haben, diesen kraftvollen Lichtstaub der Blumen des Mitgefühls. Diese Menschen fühlen wahrscheinlich ebenso unangenehme Gefühle in sich wie du. Wenn du ihnen den Lichtstaub schickst, haben sie es leichter und auch deine Erinnerungen werden positiver. Dann hören dir die Klabuwees sicherlich auch wieder zu. Geh in die Herzverbindung, so wie du es gelernt hast, und schicke dann den Menschen den Lichtstaub. Etwa so, wie du die Verbindung mit den Vogelfrauen aufgenommen hast. Nimm jedoch nun keine Verbindungen zu ihnen auf, denn du bekommst den Lichtstaub ja heute von den Blumen. Bleibe also bei den Blumen und schicke den Menschen diesen Lichtstaub!“

Lena nickte, doch dann schaute sie etwas zweifelnd. „Aber was mache ich denn, wenn ich gerade nicht bei den Blumen bin, wenn ich ihren Lichtstaub brauche?“

„Ja, dann kannst du dich mit den Vogelfrauen verbinden und ihren Lichtstaub weiterschicken. Allerdings ist der Lichtstaub hier noch kraftvoller und trägt sehr viel Mitgefühl in sich. Den Lichtstaub der Vogelfrauen solltest du deshalb immer mit der Qualität des Mitgefühls ergänzen, daher üben wir es erst einmal hier.“

„Toll! Das geht?“, fragte Lena erstaunt.

„Ja! Sogar sehr gut. Probiere es einfach aus“, ermutigte sie Elina.

Lena setzte sich nun noch näher zu den Blumen und konzentrierte sich wieder auf ihren Atem. Dann hielt sie ihre fliegenden Klabuwees an und stellte die Lichtverbindung her. Als Nächstes stellte sie sich vor, dass der Lichtstaub der Blumen des Mitgefühls in ihr Herz fließen und sie diesen zu den Menschen schicken würde, die in ihr unangenehme Erinnerungen hervorriefen. Und tatsächlich, es klappte wunderbar. Ein lichtvoller Strom aus kraftvollem Lichtstaub begann von den Blumen in Lenas Herz und von dort aus in alle Richtungen zu fließen. Nach einer Weile verebbte der Lichtstrom, der von den Blumen kam, allerdings.

„Ah, genug“, stellte Elina fest. „Die Blumen senden nur den Lichtstaub, der tatsächlich benötigt wird. Du hast alle Erinnerungen verändert.“

„Wirklich?“, fragte Lena ungläubig, denn inmitten des Felds der Blumen, in dem sie sich ja immer noch befand, konnte sie nicht überprüfen, ob die Erinnerungen noch unangenehm waren.

„Lass es uns einfach herausfinden!“, schlug Elina vor und sie gingen an den Rand der Wiese. Und tatsächlich – nun spürte Lena nur noch einen ganz leichten Hauch unangenehmer Erinnerungen, aber das Meiste davon war verschwunden!

„Nun kannst du wieder mit den Klabuwees sprechen und sie werden dir auch zuhören“, ermunterte Elina sie.

Lena atmete erleichtert auf.

Plötzlich fiel ihr Blick auf den Anhänger einer Halskette, die Elina um ihren Hals trug. Es war ein merkwürdiges Zeichen, das sie jedoch nicht deuten konnte, und bestand aus einer Kugel, die in sich durchsichtig war und aus einem Gitternetz bestand. Das Zeichen fesselte Lenas Aufmerksamkeit in besonderem Maße.

„Elina, was bedeutet das Zeichen an deiner Halskette?“

„Oh“, Elina überlegte kurz, ob sie das Lena bereits sagen dürfe, beschloss dann aber, dass es in Ordnung wäre. „Es ist das Zeichen meiner Bestimmung. Es ist eine Zahl, jedoch nicht so, wie wir Zahlen in der normalen Welt schreiben würden. Eine der ersten Vogelfrauen hatte die Schrift der Lebensbestimmung erfunden und seither trägt jede Vogelfrau ihr Zeichen der Bestimmung in dieser Schrift als Halskette um ihren Hals. Du wirst dein Zeichen von Idis bekommen, möglicherweise schon bald …“

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Herzlichst, Anna Breitenöder
Expertin für einzigartige Businessentfaltung & Brand Alchemistin

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